projekt42Heute bin ich auf die “Blog-Parade” “Projekt 42″ vom Zementblog gestoßen. Hintergrund: Einmal im Monat veröffentlich das Zementblog ein Schlagwort, und wer will kann dann einen Text mit diesem Wort als Hintergrund verfassen. Aktuelles Schlagwort lautet: “Systeme“.

Systeme gibt es viele. Es gibt politische Systeme (die mal besser, mal schlechter funktionieren), Verschiedene Arten, an ein und dasselbe Problem heranzugehen und so weiter. Was mich persönlich interessiert, sind allerdings wohl eher technische Systeme.

Technik ist schön und erleichtert das Leben. So zum Beispiel das Telefon, und da besonders das Mobiltelefon – vorbei die Suche nach dder nächsten Telefonzelle, wenn man mal unbedingt jemanden anrufen muss. Und das fehlende Kleingeld ist auch kein Problem mehr. Man ist noch dazu überall erreichbar, wenn – ja wenn – der Akku nicht leer ist.

Und da fängt das Problem an – in den seltensten Fällen hat man natürlich sein Ladegerät dabei. Und so begibt man sich auff die Suche nach einem möglichen Ladegerät. Oder wenn man zuhause ist und womöglich mehrere Handys im Haushalt vorhanden sind (ist inzwischen ja meistens so) und diese dann womöglich noch von verschiedenen Herstellern kommen, dann – ja, dann ist man ganz schön aufgeschmissen. Man sollte ja meinen, dass jedes Ladegerät jedes Handy gleich gut laden würde. Dem ist aber, wenn man der Industrie glauben schenken darf, wohl nicht so – oder wie sonst ist zu erklären, dass ein Sony Ericsson-Ladegerät nicht in ein Telefon von Nokia passt? (Nur als Beispiel!)

Mir geht ja diese Inkompatibilität ganz schön auf die Nerven. Ich meine, früher, da konnte man sich ein einfaches 08/15-Standardnetzteil kaufen und sowohl das Keyboard, den Gameboy als auch das Super Nintendo damit betreiben, ohne dass irgendetwas in die Luft flog oder gar Funken schlug. Heute hingegen besitzt man für jedes noch so kleine Gerät ein eigenes Ladegerät mit eigenem schwarzen Klotz dran (ok, ein bißchen ein Fortschritt: früher waren die nicht im Lieferumfang), an dem das eine Ende zwar Standard ist – sonst passt es ja nicht in die Steckdose – aber das andere Ende je nach Hersteller vollkommen anders aussieht und auch nicht in jede Buchse passt. Und so verbringt man schnell mal eine Viertelstunde, nur um das passende Ladegerät für das eigene Handy zu finden. Und wenn das mal defekt ist, dann wird’s erst richtig teuer.

Ich begreife nicht, wie es so schwer sein kann, einen einheitlichen Standard zu definieren. Ich meine, bei der Musik-CD zum Beispiel, da hat man sich verhältnismäßig schnell auf einen Standard geeinigt, der bis heute Gültigkeit hat und gern benutzt wird. Und wenn man nicht einheitliche Standards z. B. für Fernsehübertragung oder Datenübermittlung über Computernetzwerke eingeführt hätte, dann wären diese Erfindungen von Vorn herein zum Scheitern verurteilt gewesen.

Ich kann mir nur erklären, dass es um den lukrativen Zubehörmarkt geht. Jemand, der regelmäßig ein neues Handy hat, bei dem sich aber die Schnittstelle für das Zubehör (wie das Ladegerät) jedes Mal ändert, der wird viel Geld ausgeben, um sein Zubehör wieder beisammen zu haben. Und dann sind auch schon wieder zwei Jahre rum und das nächste Handy rückt an. Das ganze Spiel beginnt von Vorn.

Aber die Industrie hat ja schon angekündigt, in Zukunft den Mini-USB-Anschluss als Ladebuchse einführen zu wollen. Bisher ist das allerdings noch eine Absichtserklärung und alles Andere als verbindlich. Es kann also dauern, bis ich endlich irgendwann mein Handy mit dem Ladegerät meiner Frau laden kann…