Ein Norddeutscher im Exil
Projekt 42: Salz
Salz. Dabei denke ich unvermittelt und ohne dass ich etwas dagegen tun kann sofort an Jesu Worte: “Ihr seid das Salz der Erde” (nachzulesen in Matthäus 5, Vers 13). Aber was hat es damit auf sich, wenn Jesus vom “Salz der Erde” spricht?
In der Volxbibel steht die Stelle wie folgt:
“Ihr seid so wichtig, wie Salz wichtig ist für diese Welt. Ohne euch würde nichts mehr richtig schmecken. Das ist so: ihr seid wie ein Kühlschrank für diese Welt, denn ohne euch würde alles vergammeln. Aber wenn Salz lasch geworden ist und nicht mehr salzt, und ein Kühlschrank kaputt ist und nicht mehr kühlt, gehört beides auf den Müll, damit es dort restlos entsorgt wird.”
Im alten Israel um die Zeit Jesu herum wurde Salz nicht nur zum Würzen, sondern auch als Mittel zur Haltbarmachung von Speisen verwendet – hat man Fleisch oder Fisch übrig gehabt, hat man es oft einfach eingesalzen. So wurde das Fleisch oder der Fisch sehr lange haltbar. Noch heute kennt man das als “Pökeln”. Eine Rolle des Salzes zur damaligen Zeit, die aber in der Volxbibel nicht erwähnt wird, ist aber auch das Düngen – konnte man Salz für sonst nichts gebrauchen, so warf man es auf die Felder. In vielen Bibelübersetzungen wird gesagt, dass das Salz “auf die Straße” geworfen wird, wo es die Leute zertreten – es ist also nicht einmal mehr als Düngemittel gut.
Jesus hebt die Rolle der Christen in dieser Bibelstelle hervor. Sie sollen so etwas sein wie die Würze in ihrer Umgebung – Salz würzt das Essen, und oft schmeckt eine Speise ohne zumindest eine kleine Prise Salz nicht wirklich gut. Salz macht also einen deutlichen Unterschied.
Genauso sollen Christen einen Unterschied machen in ihrer Umwelt. Jeder Mensch hat ja sein ganz persönliches Umfeld, in dem er wirken kann. Sei es auf der Arbeit, im Freundeskreis oder in der Familie. Überall begegnen wir Menschen. Zu diesen Menschen bauen wir auch Beziehungen auf, das passiert in der Regel vollautomatisch. Nach und nach bilden sich auch Vertrauensverhältnisse, und mit manchen dieser Menschen sind wir irgendwann eng befreundet. In diesen Beziehungen fangen wir an, einen Unterschied zur restlichen Welt zu machen. Indem wir das leben, was Jesus uns erzählt hat, wirken wir auch auf unser Umfeld. Das heißt jetzt nicht, dass wir sofort rausrennen und jedem von Jesus erzählen (manche haben das Talent, ich nicht) – einfach einen Unterschied in unserer Lebensweise machen reicht oft schon, um Neugier und Interesse zu wecken.
Salz macht aber auch haltbar. Oder wie die Volxbibel als Beispiel nimmt: der Kühlschrank hält frisch. Für uns Christen heißt das auch, dass wir versuchen sollen, seine Botschaft an uns zu bewahren, sie frisch zu halten. Wenn wir das Thema der Beziehungen aufgreifen, dann können wir, wenn wir Neugier über das, was uns prägt, geweckt haben, hier anfangen, von Jesus zu berichten. Eine Botschaft lebt nämlich nur weiter, wenn sie auch weitererzählt wird – Grimms Märchen hätte es nie gegeben, wenn die Menschen früher ihre volkstümlichen Geschichten nicht immer und immer wieder erzählt hätten. Heute fällt es uns viel leichter, Botschaften, Geschichten, Nachrichten aufzubewahren, aber wirklich frisch bleiben diese dadurch nicht – sie “vergammeln”. Nur durch das beständige weitererzählen können wir die Botschaft von Jesus “frisch halten”.
Dann ist da noch die in der Volxbibel leider fehlende Funktion des Düngens. Wenn wir wollen, dass eine Pflanze wächst, müssen wir natürlich dafür sorgen, dass sie genug Nährstoffe erhält – genauso ist es auch im Glauben. Wenn wir in jemandem den Keim des Glaubens gesät haben und er langsam heranwächst, dürfen wir diesen Menschen auch nicht einfach fallen lassen und ihn sich selbst überlassen. Was mit einer Pflanze, die man nicht gießt oder düngt, passiert, ist bekannt – sie verdorrt und vertrocknet, irgendwann ist sie tot. Genauso sieht es mit dem Glauben von Menschen aus. Wenn wir einen Menschen, der gerade anfängt zu glauben, alleine lassen, dann wird sein Glaube eingehen und sterben – nicht wirklich im Sinne des Erfinders. Wir Christen haben also eine dreifache Verantwortung: wir sollen einen Unterschied für unsere Mitmenschen machen, wir sollen ihnen von Jesus erzählen UND wir sollen andere Menschen nicht einfach allein lassen mit ihrem Glauben.
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vor 5 Monaten
Da kann man mal aehen was für einen Schwachsinn die Volksbibel schwurbelt. Salz ist nahezu unendlich lanmge haltbar und in nahezu unbegrenzetn Mengen vorhannden. Das Salz welches aus Bergwerken und Meeren gewonnen wird, ist hunderte Millionen Jahre alt. Ausführlichere Reaktion auf diesen Beitrag in meinem Blog.