Ein Norddeutscher im Exil
Projekt 42
Projekt 42: Wache
25. Mrz
Kurz voran: ich habe es zugegeben mit dem Projekt 42 etwas schleifen lassen. Ich kann halt manchmal nicht auf Kommando (gute) Texte schreiben, und dazu hatte ich in den letzten Wochen ohnehin eine Flaute. Dafür arbeite ich die Begriffe, die ich noch nicht “beglückt” habe, jetzt in umgekehrter Reihenfolge durch (wenn ein neuer kommt, dann versuche ich trotzdem, möglichst zeitnah einen Artikel einzustellen).
Deshalb heute mein Text zum Thema Wache.
Bei “Wache” erinnere ich mich an meine Bundeswehrzeit. Da ist es nämlich üblich, in der Grundausbildung auch eine Wachausbildung zu durchlaufen. Wache schieben beinhaltet dabei nicht allein das am Tor stehen und aufpassen, dass niemand rein kommt, der nicht rein darf und niemand raus, der nicht raus darf. Wache schieben bedeutet auch, des Nachts Streife am Zaun laufen.
Ich habe mich damals als “Torposten” (also das Winkemännchen am Tor) gemeldet. Irgendwann kommt nämlich jeder mal dran, wenn er nicht so gewieft und mit allen Wassern gewaschen ist, dass er es schafft, sich zu drücken. Vielleicht hatten wir auch nur einen strengen Spieß. Jedenfalls war ich froh, nicht Streife laufen zu müssen – auch wenn ich dann tagsüber eine ruhige Kugel hätte schieben können. Bei der Wachausbildung in der Grundausbildung war ich in Sachen Streife nämlich nicht so recht der Beste.
Einen Job, den ich hingegen öfter beim Bund gemacht habe, war der des “GvD” (Gefreiter vom Dienst). Das ist dann das Männchen, das quasi den Hausmeister spielen muss. Nach Dienstschluss hat er quasi die Aufsicht über einen Block, ein Stockwerk oder Ähnliches und macht einmal Abends vor dem Schlafengehen und einmal Morgens, bevor alle anderen aufwachen, einen Rundgang, um zu schauen, ob auch alles in Ordnung ist. Weiter nimmt er die Stubenschlüssel entgegen und bewahrt sie auf, solange eine Stube leer ist, und gibt sie wieder an die Leute aus, wenn sie wieder auf ihre Stuben möchten. Ein lauer Job. Und die Zeit, die man da “Überstunden macht”, kann man an anderer Stelle wieder abfeiern
Projekt 42: Salz
17. Mrz
Salz. Dabei denke ich unvermittelt und ohne dass ich etwas dagegen tun kann sofort an Jesu Worte: “Ihr seid das Salz der Erde” (nachzulesen in Matthäus 5, Vers 13). Aber was hat es damit auf sich, wenn Jesus vom “Salz der Erde” spricht?
In der Volxbibel steht die Stelle wie folgt:
“Ihr seid so wichtig, wie Salz wichtig ist für diese Welt. Ohne euch würde nichts mehr richtig schmecken. Das ist so: ihr seid wie ein Kühlschrank für diese Welt, denn ohne euch würde alles vergammeln. Aber wenn Salz lasch geworden ist und nicht mehr salzt, und ein Kühlschrank kaputt ist und nicht mehr kühlt, gehört beides auf den Müll, damit es dort restlos entsorgt wird.”
Im alten Israel um die Zeit Jesu herum wurde Salz nicht nur zum Würzen, sondern auch als Mittel zur Haltbarmachung von Speisen verwendet – hat man Fleisch oder Fisch übrig gehabt, hat man es oft einfach eingesalzen. So wurde das Fleisch oder der Fisch sehr lange haltbar. Noch heute kennt man das als “Pökeln”. Eine Rolle des Salzes zur damaligen Zeit, die aber in der Volxbibel nicht erwähnt wird, ist aber auch das Düngen – konnte man Salz für sonst nichts gebrauchen, so warf man es auf die Felder. In vielen Bibelübersetzungen wird gesagt, dass das Salz “auf die Straße” geworfen wird, wo es die Leute zertreten – es ist also nicht einmal mehr als Düngemittel gut.
Jesus hebt die Rolle der Christen in dieser Bibelstelle hervor. Sie sollen so etwas sein wie die Würze in ihrer Umgebung – Salz würzt das Essen, und oft schmeckt eine Speise ohne zumindest eine kleine Prise Salz nicht wirklich gut. Salz macht also einen deutlichen Unterschied.
Genauso sollen Christen einen Unterschied machen in ihrer Umwelt. Jeder Mensch hat ja sein ganz persönliches Umfeld, in dem er wirken kann. Sei es auf der Arbeit, im Freundeskreis oder in der Familie. Überall begegnen wir Menschen. Zu diesen Menschen bauen wir auch Beziehungen auf, das passiert in der Regel vollautomatisch. Nach und nach bilden sich auch Vertrauensverhältnisse, und mit manchen dieser Menschen sind wir irgendwann eng befreundet. In diesen Beziehungen fangen wir an, einen Unterschied zur restlichen Welt zu machen. Indem wir das leben, was Jesus uns erzählt hat, wirken wir auch auf unser Umfeld. Das heißt jetzt nicht, dass wir sofort rausrennen und jedem von Jesus erzählen (manche haben das Talent, ich nicht) – einfach einen Unterschied in unserer Lebensweise machen reicht oft schon, um Neugier und Interesse zu wecken.
Salz macht aber auch haltbar. Oder wie die Volxbibel als Beispiel nimmt: der Kühlschrank hält frisch. Für uns Christen heißt das auch, dass wir versuchen sollen, seine Botschaft an uns zu bewahren, sie frisch zu halten. Wenn wir das Thema der Beziehungen aufgreifen, dann können wir, wenn wir Neugier über das, was uns prägt, geweckt haben, hier anfangen, von Jesus zu berichten. Eine Botschaft lebt nämlich nur weiter, wenn sie auch weitererzählt wird – Grimms Märchen hätte es nie gegeben, wenn die Menschen früher ihre volkstümlichen Geschichten nicht immer und immer wieder erzählt hätten. Heute fällt es uns viel leichter, Botschaften, Geschichten, Nachrichten aufzubewahren, aber wirklich frisch bleiben diese dadurch nicht – sie “vergammeln”. Nur durch das beständige weitererzählen können wir die Botschaft von Jesus “frisch halten”.
Dann ist da noch die in der Volxbibel leider fehlende Funktion des Düngens. Wenn wir wollen, dass eine Pflanze wächst, müssen wir natürlich dafür sorgen, dass sie genug Nährstoffe erhält – genauso ist es auch im Glauben. Wenn wir in jemandem den Keim des Glaubens gesät haben und er langsam heranwächst, dürfen wir diesen Menschen auch nicht einfach fallen lassen und ihn sich selbst überlassen. Was mit einer Pflanze, die man nicht gießt oder düngt, passiert, ist bekannt – sie verdorrt und vertrocknet, irgendwann ist sie tot. Genauso sieht es mit dem Glauben von Menschen aus. Wenn wir einen Menschen, der gerade anfängt zu glauben, alleine lassen, dann wird sein Glaube eingehen und sterben – nicht wirklich im Sinne des Erfinders. Wir Christen haben also eine dreifache Verantwortung: wir sollen einen Unterschied für unsere Mitmenschen machen, wir sollen ihnen von Jesus erzählen UND wir sollen andere Menschen nicht einfach allein lassen mit ihrem Glauben.
Projekt 42: Käfer
07. Sep
Projekt 42 geht in eine neue Runde, diesmal das Thema:
Käfer
Von “Käfer” bin ich über “Bugs” zum Film und Buch “Starship Troopers” gekommen. Ich habe schon einmal das Buch hier im Blog rezensiert, an dieser Stelle kam mir die Idee, einmal genauer auf die Unterschiede zwischen dem Buch und dem Film einzugehen.
Das Buch, um gleich mit dem größten Unterschied anzufangen, behandelt eine wesentlich größere Zeitspanne als der Film. Während der Film lediglich die Grundausbildung und den (im Film wesentlich schnelleren) Aufstieg des Hauptcharakters Johnny Rico und die Ereignisse auf “Planet P” behandelt, schildert das Buch nicht nur das, sondern auch den Feldzug der Menschen auf den verschiedensten Planeten gegen die “Bugs”, eine insektoide außerirdische Rasse. Die Handlung des Buches wurde für den Film regelrecht “eingedampft” – viele Rückblenden im Buch, die die militaristische Gesellschaftsordnung einer fiktiven Zukunft schildern, fehlen im Film völlig oder sind stark verkürzt, teilweise sogar verzerrt.
Als nächstes fällt mir die Beschreibung der “mobilen Infanterie” ins Auge. Im Film ist dies nichts weiter als eine ganz normale Infanterieeinheit (das “Kanonenfutter”), im Buch eine technisch hochgerüstete Einheit mit Kampfanzügen, die die Stärke eines einzelnen Soldaten um ein vielfaches erhöht und mit diversen verschiedenen technischen Hilfsmitteln ausgerüstet ist. Im Gegensatz zu den Soldaten an Bord der Raumschiffe haben sie nur selten Einsätze. Die Hauptarbeit liegt dabei quasi bei der “Weltraummarine”. Dies sorgt gelegentlich für Unmut unter den “Matrosen” gegenüber der mobilen Infanterie, weshalb die MI dazu angehalten wird, auch Aufgaben an Bord der Schiffe zu übernehmen.
Als nächster Unterschied fällt mir die Darstellung der “Bugs” ein. Im Film sind sie einfach dumme Käfer, die nur deshalb den Weltraum bevölkern können, weil sie mit Hilfe von Asteroiden ihre Sporen ins All schleudern. Im Buch hingegen sind sie sogar in der Lage, auf organischem Material basierende Raumschiffe zu bauen. Auch die Darstellung des “Brainbug”, dem “Denkzentrum” des Insektenstaats, ist völlig anders: während er im Film vor Allem dadurch lernt, dass er Menschen regelrecht das Gehirn aussaugt, ist diese Beschreibung im Buch eine vollkommen andere. Der Brainbug im Buch ist ein sehr gebrechliches Wesen, dass von den Arbeitern und Kriegern mit ihrem Leben beschützt wird. Alleine kann es nichts tun. So gesehen sind die “Brainbugs” den “Zerebraten” aus “Starcraft” recht ähnlich.
Auch die Gesellschaftsordnung wird im Film etwas anders dargestellt. Im Film wirkt es selbstverständlich, dass sich Jugendliche nach dem Schulabschluss für zwei Jahre zum Militärdienst verpflichten. In einer Szene wird sogar angedeutet, dass das Elternhaus Strafen ausgesetzt ist, wenn sie es nicht tun. Im Buch hingegen ist der Wehrdienst auf völlig freiwilliger Basis. Jeder hat das Recht, seinen Militärdienst abzulegen und das Militär ist sehr bemüht, die Leute davon abzuschrecken. Grund ist, dass in Robert Heinleins Gesellschaftsvision der Militärdienst die Grundvoraussetzung dafür darstellt, seine Bürgerrechte auszuüben (allen voran das Wahlrecht). Unter Anderem, weil die gesamte Ideologie auf der Ausübung von Gewalt fußt: es gibt keine Gefängnisse, Straftäter werden öffentlich ausgepeitscht, das Wahlrecht wird sogar als “höchste Form, Gewalt auszuüben” betrachtet. All dies kommt im Film leider überhaupt nicht vor, bis auf eine Szene, in der ein Mörder im Blitzverfahren zum Tod verurteilt und im Fernsehen hingerichtet wird.
Es gibt noch viele weitere Unterschiede, vor Allem im Handlungsablauf, aber dennoch ist der Film “Starship Troopers” genauso wie das Buch durchaus einen Versuch wert, zumindest wenn man Science-Fiction mag. Der Film ist über einen Teil zwar ein hirnloses Gemetzel, aber in anderen Teilen wirkt er durchaus positiv und kann auch durch die Bilder überzeugen. Wer aber mehr in die Tiefe gehen will, der ist mit dem Buch, das übrigens eins der umstrittensten Werke von Heinlein ist, besser bedient.
Projekt 42: Systeme
28. Jul
Heute bin ich auf die “Blog-Parade” “Projekt 42″ vom Zementblog gestoßen. Hintergrund: Einmal im Monat veröffentlich das Zementblog ein Schlagwort, und wer will kann dann einen Text mit diesem Wort als Hintergrund verfassen. Aktuelles Schlagwort lautet: “Systeme“.
Systeme gibt es viele. Es gibt politische Systeme (die mal besser, mal schlechter funktionieren), Verschiedene Arten, an ein und dasselbe Problem heranzugehen und so weiter. Was mich persönlich interessiert, sind allerdings wohl eher technische Systeme.
Technik ist schön und erleichtert das Leben. So zum Beispiel das Telefon, und da besonders das Mobiltelefon – vorbei die Suche nach dder nächsten Telefonzelle, wenn man mal unbedingt jemanden anrufen muss. Und das fehlende Kleingeld ist auch kein Problem mehr. Man ist noch dazu überall erreichbar, wenn – ja wenn – der Akku nicht leer ist.
Und da fängt das Problem an – in den seltensten Fällen hat man natürlich sein Ladegerät dabei. Und so begibt man sich auff die Suche nach einem möglichen Ladegerät. Oder wenn man zuhause ist und womöglich mehrere Handys im Haushalt vorhanden sind (ist inzwischen ja meistens so) und diese dann womöglich noch von verschiedenen Herstellern kommen, dann – ja, dann ist man ganz schön aufgeschmissen. Man sollte ja meinen, dass jedes Ladegerät jedes Handy gleich gut laden würde. Dem ist aber, wenn man der Industrie glauben schenken darf, wohl nicht so – oder wie sonst ist zu erklären, dass ein Sony Ericsson-Ladegerät nicht in ein Telefon von Nokia passt? (Nur als Beispiel!)
Mir geht ja diese Inkompatibilität ganz schön auf die Nerven. Ich meine, früher, da konnte man sich ein einfaches 08/15-Standardnetzteil kaufen und sowohl das Keyboard, den Gameboy als auch das Super Nintendo damit betreiben, ohne dass irgendetwas in die Luft flog oder gar Funken schlug. Heute hingegen besitzt man für jedes noch so kleine Gerät ein eigenes Ladegerät mit eigenem schwarzen Klotz dran (ok, ein bißchen ein Fortschritt: früher waren die nicht im Lieferumfang), an dem das eine Ende zwar Standard ist – sonst passt es ja nicht in die Steckdose – aber das andere Ende je nach Hersteller vollkommen anders aussieht und auch nicht in jede Buchse passt. Und so verbringt man schnell mal eine Viertelstunde, nur um das passende Ladegerät für das eigene Handy zu finden. Und wenn das mal defekt ist, dann wird’s erst richtig teuer.
Ich begreife nicht, wie es so schwer sein kann, einen einheitlichen Standard zu definieren. Ich meine, bei der Musik-CD zum Beispiel, da hat man sich verhältnismäßig schnell auf einen Standard geeinigt, der bis heute Gültigkeit hat und gern benutzt wird. Und wenn man nicht einheitliche Standards z. B. für Fernsehübertragung oder Datenübermittlung über Computernetzwerke eingeführt hätte, dann wären diese Erfindungen von Vorn herein zum Scheitern verurteilt gewesen.
Ich kann mir nur erklären, dass es um den lukrativen Zubehörmarkt geht. Jemand, der regelmäßig ein neues Handy hat, bei dem sich aber die Schnittstelle für das Zubehör (wie das Ladegerät) jedes Mal ändert, der wird viel Geld ausgeben, um sein Zubehör wieder beisammen zu haben. Und dann sind auch schon wieder zwei Jahre rum und das nächste Handy rückt an. Das ganze Spiel beginnt von Vorn.
Aber die Industrie hat ja schon angekündigt, in Zukunft den Mini-USB-Anschluss als Ladebuchse einführen zu wollen. Bisher ist das allerdings noch eine Absichtserklärung und alles Andere als verbindlich. Es kann also dauern, bis ich endlich irgendwann mein Handy mit dem Ladegerät meiner Frau laden kann…
