Ein Norddeutscher im Exil
Technik
Ist das iPad wirklich so toll?
30. Jun
Seit geraumer Zeit gibt es das iPad auch in Deutschland zu kaufen. Schon vorher aber hat es in aller Welt einen ziemlichen Buzz um das Tablet von Apple gegeben. Grund genug für mich, mir einmal Gedanken zu machen, wie brauchbar das iPad wirklich ist.
Zuallererst: ich bin in der Windows-Welt zuhause. Daheim ist mein Rechner mit dem Microsoft-System ausgestattet, und auch beruflich nutze ich neben z/OS (dem Großrechnerbetriebssystem von IBM) per Terminalemulation auch nur Windows. Ich sehe auch keinen Grund, umzusteigen, sei es auf Linux oder ins Mac-Lager. Was nicht heißt, dass mir die Macs nicht gefallen.
Beim iPad bin ich mir allerdings nicht wirklich sicher, wo ich es einordnen soll. Es ist kein Net- oder Notebook, aber für ein Smartphone ist es zu groß und für einen eBook-Reader zu umfangreich in den Funktionen. Warum denke ich so? Das analysiere ich einmal im Vergleich Punkt für Punkt.
Punkt 1: Netbooks
Der Markt der Netbooks ist vor Kurzem erst entstanden, als Asus mit dem EeePC einen kompakten mobilen Rechner vorstellte, der zwar in seiner Leistung nicht an aktuelle PCs oder Notebooks herankam, dafür aber eine lange Akkulaufzeit hatte. Gleichzeitig war der EeePC durch seine Abmessungen sehr portabel und perfekt für den mobilen Einsatz geeignet. Zuerst gab es den EeePC nur von Asus und nur mit einem eigenen Linux-Derivat, inzwischen gibt es auch von verschiedenen Herstellern Netbooks, die unter Anderem auch mit Windows XP (oder inzwischen Windows 7 Starter) ausgestattet sind.
Der Vorteil der Netbooks gegenüber dem iPad ist: man kann mit ihnen all das tun, was man auch mit einem normalen PC tun kann (prinzipiell). Man kann die verschiedensten Programme installieren und auch durchaus kreativ tätig werden. Gleichzeitig gibt es eine unglaubliche Fülle an Programmen für viele Zwecke – keine zentrale Instanz entscheidet, welche Programme auf Netbooks verfügbar sind und welche nicht.
Hier kann das iPad nicht wirklich mithalten. Klar ist es mit einer eigenen Version von iWork ausgestattet, diese Programme sind allerdings in ihren Funktionen etwas beschnitten – das erinnert ein wenig an Microsoft Pocket Office für Windows Mobile. Gleichzeitig strauchelt das iPad beim Austausch der Dateien zwischen verschiedenen Rechnern – man kann das iPad nicht einfach an einen Computer anschließen, die Dateien schnell kopieren und fertig, man muss es umständlich per Extrasoftware mit dem Rechner synchronisieren. Tools wie Dropbox dürften hier vielleicht ein wenig Abhilfe schaffen, dennoch spielt ein Netbook hier seine Vorteile deutlich aus. Hier ist der Dateiaustausch über USB-Sticks, Speicherkarten etc. ein Kinderspiel- Einen USB-Slot hat das iPad nicht einmal.
Punkt 2: Smartphones
Seit dem iPhone boomt der Markt der Smartphones. Viele nutzen ihr Telefon inzwischen gleichzeitig als Organizer, verschicken und empfangen E-Mails oder surfen im Internet damit. Smartphones sind inzwischen mit einer Reihe an Features ausgestattet, die vor zehn oder zwanzig Jahren gerade einmal von PCs gut beherrscht wurden.
Was unterscheidet das iPad jetzt aber von Smartphones? Im Prinzip sind das nur die Größe und die fehlenden Telefoniefähigkeiten – mit den kleineren Smartphones lässt sich auch telefonieren, SMS und MMS sind (in der Regel) ebenso kein Problem. Surfen und E-Mailing sind ebenso kein Problem, und die modernen iPhones oder Android-Smartphones lassen sich über Apps sogar im Funktionsumfang erweitern.
Das iPad ist größer als das durchschnittliche Smartphone, es ist in etwa so groß wie eine DIN-A4-Seite. Dadurch ist es zwar etwas angenehmer, im Internet zu surfen, aber es ist nicht unbedingt ein Mehrwert. Ich zum Beispiel bin mit der Darstellung der Webseiten auf meinem Milestone mehr als zufrieden. Gleichzeitig fehlen dem iPad die Telefoniefähigkeiten ganz, sie gehören einfach nicht ins Konzept.
Punkt 3: eBook-Reader
Mit Verkaufsstart des iPad führte Apple auch einen eBook-Store ein. Hier bietet Apple mittlerweile in Zusammenarbeit eine ganze Bibliothek von eBooks und ePapers (digitalen Zeitungen und Zeitschriften) an. Nachdem Apple mit dem iPod und dem iTunes-Store als “Plattenverkäufer” den Markt aufrollte, so versuchen sie sich hier jetzt als “digitaler Kiosk”.
Dabei hat das iPad gegenüber eBook-Readern natürlich ein paar Vorteile: es ist flexibler nutzbar durch seine anderen Fähigkeiten (es ist halt kein reiner eBook-Reader), hat ein Farbdisplay und ist nicht auf externe Beleuchtung angewiesen beim Lesen. Letzteres ist aber gleichzeitig ein Nachteil: durch die Hintergrundbeleuchtung ist das Display des iPad nicht so angenehm zu lesen wie die elektronischen Papiere, die in modernen eBook-Readern wie Amazons Kindle verwendet werden. Diese bieten ein statisches Bild ohne Flimmern, welches auch langfristig wesentlich komfortabler und deutlich weniger ermüdend zu lesen ist. Mit einem eBook-Reader kann man stundenlang lesen (sofern der Akku reicht) – beim iPad ist das nicht möglich.
Fazit
Gegenüber einzelnen Gerätearten bietet das iPad nicht viel neues. Teilweise, wie beim Surfen, macht das iPad die Nutzung vielleicht etwas komfortabler, aber neue Möglichkeiten eröffnen sich durch ein iPad nicht – alles ist vorher schonmal da gewesen. Der Vorteil beim iPad ist die Kombination der verschiedenen Dinge miteinander – das iPad ist eben NICHT nur ein eBook-Reader, eben NICHT nur ein Surf-Tablet. Dazu ist es noch kompakter als ein Netbook – auch wenn man mit diesem mehr machen kann. Das iPad ist vieles, aber nichts davon richtig.
Werde ich mir also ein iPad kaufen? Nein. Ich habe einen Laptop und ein Smartphone und bin damit wunschlos glücklich. Würde ich ein iPad benutzen, wenn ich es gewinnen oder geschenkt bekommen würde? Ja. Zuhause als kleines Surfterminal. Oder als eBook-Reader (wobei mir aber echte Bücher lieber sind). Das iPad ist nicht nutzlos, nur es ist keine wirkliche Innovation. Es hat viel Ähnlichkeit mit dem iPhone – meiner Meinung nach ein bißchen zuviel.
Erfahrungen mit Serverumzug
27. Dez
Lieber Support von all-inkl.com,
Das hier soll ein offenes Dankesschreiben sein. Ich bin nämlich mit dem Support rundum zufrieden. Als ich nämlich feststellte, dass ich für die neue Version von WordPress mindestens MySQL 4.1.2 brauchte, dies aber nicht auf dem Server installiert war, auf dem meine Seite gehostet war, wandte ich mich an den Support meines Hosters – und das am ersten Weihnachtsfeiertag. Ich war sehr überrascht, dass mir keine Stunde später eine Antwort geschickt wurde, dass man meine Seite gern auf einen Server umziehen könnte, man aber dafür meine Kundennummer und die letzten drei Stellen meines Kundenpassworts wissen müsse, zwecks Identifizierung. Der Umzug würde dann nachts um 2 laufen.
Gesagt, getan. Mit dem Umzug gab’s im Anschluss keinerlei Probleme, also ein dickes Danke an en Support von all-inkl.com für die schnelle Bearbeitung.
Alles Weitere, was darauf folgte, lag nicht mehr in der Hand von all-inkl, sondern in meiner. Das Update auf WordPress 2.0 lief ohne Schwierigkeiten, ich denke, dass ich mir in nächster Zeit mal zu Gemüte führen werde, was die neue Version alles drauf hat.
Serverumzug und Update
25. Dez
Heute Nacht wird diese Domain mit allem, was drauf ist, auf einen neuen Server umziehen, damit ich im Anschluss WordPress 2.9 hier aufspielen kann – zur Zeit unterstützt mein Server nämlich kein MySQL 4.1.2. Wenn zwischendurch irgendwas nicht richtig funktioniert, bitte Info an mich. Allerdings kann der Umzug schon ein paar Stunden Nichterreichen nach sich ziehen, sofern manche DNS-Server die Änderung erst spät mitbekommen.
Das Ende einer Odyssee
21. Sep
Heute Morgen um 4 Uhr erhielt ich folgende SMS:
Liebe Kundin, Ihre Störung zu Anschluss XXXX-XXXXXXX mit der Ticket-ID XXXXXXXX ist behoben.
Ihre Telekom, 08003301000
Damit ging eine nervige Episode vorüber und ein “Neustart” wurde ermöglicht. Aber von Anfang an:
Ende Juli rief ich die Telekom an. Grund: meine Frau und ich zogen um in eine neue Wohnung, und in dieser wollten wir natürlich auch Telefon und Internet haben. Da wir Kunde beim rosa Riesen waren, wollten wir uns halt ummelden.
Jetzt war die Crux an der Sache, dass in der neuen Wohnung jahrelang kein Telefonanschluss geschaltet war und deshalb nicht einfach ein Schalter umgestöpselt werden konnte, um alles zum Laufen zu bringen. Für den 6. August wurde also ein Technikertermin vereinbart, um den Anschluss zu schalten. Kostenpunkt: 59,95 €.
Der Techniker kam, sah und – konnte nichts machen. Denn: am Kasten vor dem Haus war das Schloss kaputt. Der musste erst ausgetauscht werden. Der Techniker meldete die Störung weiter und sagte uns, bis zum Wochenende sollte alles erledigt sein.
War es aber nicht. Es begann ein Hin und Her, dutzende Anrufe bei der Hotline, Beschwerden unsererseits, diverse Male flog ich aus der Leitung, versprochene Rückrufe wurden nie getätigt, sogar ein vereinbarter Technikertermin wurde nicht eingehalten – kurz: Servicewüste Deutschland.
Ich kann an dieser Stelle leider nicht widergeben, was alles insgesamt im Detail passiert ist, ohne dabei etwas ausfallend zu werden. Jedenfalls wurden Versprechungen nie eingehalten. Sogar die Anschluss- und die Grundgebühr wurden, trotz der Tatsache, dass keine Leistung erbracht wurde, abgebucht. Da wurde es meiner Frau und mir zu bunt: wir durchforsteten das BGB und fanden tatsächlich zwei Paragraphen, auf die wir uns für eine fristlose Kündigung beziehen konnten. Wir hatten auch keine Nachfrist gesetzt und wollten es auch nicht mehr, deshalb waren wir froh, diese Paragraphen zu finden. Wir waren allerdings auch nicht sicher, ob die Telekom sie akzeptieren würde. So ging am 8. September dann, ohne dass Telefon oder Internet funktionieren würden, die Kündigung raus.
Als meine Frau am 18. September zufällig schaute, was die Störung macht, stieß sie auf die Aussage, es bestünde Klärungsbedarf. Als ich dann nochmal anrief, erfuhr ich: am 17. war ein Technikertermin vereinbart (mit wem, frage ich mich da?) und der Techniker hat uns nicht angetroffen.
Heute morgen um 4 dann obige SMS. Nach einem Anruf heute Morgen klärte sich: unsere fristlose Kündigung kam durch. Ein Anruf bei unserer alten Festnetznummer bestätigte: der Anschluss war weg. Die freundliche Frauen-Computerstimme meldete “Die Nummer ist nicht vergeben”.
Für uns gehen nervige 8 Wochen jetzt zu Ende. Der Wechsel zu einem alternativen Anbieter über das TV-Kabelnetz ist schon beschlossene Sache – und wir zahlen für mehr Leistung auch noch weniger Geld. Unter diesen Bedingungen kann ich nicht verstehen, warum die Telekom immer noch so viele Kunden hat…
