Ein Norddeutscher im Exil
Beiträge getaggt mit Werbung
Testimonials
12. Mrz
Vielen ist der King of Pop, Michael Jackson, sicher als Musiker ein Begriff, und das zu Recht: viele seiner Songs sind heute noch absolute Klassiker.
Was aber so mancher nicht weiß: in den 1980er und 1990er Jahren war Jacko Testimonial für Pepsi Cola:
Aber das war damals nicht ungewöhnlich, auch MC Hammer (kennt den noch jemand?) hat für Pepsi geworben
Überraschung in der Post
28. Dez
Wir schreiben den 14. November 2009. Ganz Gallien ist von den Römern besetzt Da flattert ein nettes Briefchen in die Post der Wicherts aus Wiesbaden: Eine in Ibbenbüren ansässige Online-Druckerei schreibt, man habe mein Blog entdeckt und für gut befunden würde sich freuen, wenn ich mal einen Beitrag über sie verfasse. Dazu schicke man mir einen Gutschein über 35 Euro.
Ich dachte mir: OK, mach ich mal, wenn ich nichts dafür bezahlen muss. Erst bastelte ich mir eine eigene Visitenkarte zusammen – in Word, dann das Ganze als PDF hochgeladen. Das lief nicht zu hundert Prozent ohne Probleme. Erst softwareseitig bei mir – aus meinem Word-Dokument mit Maßen von 91 mal 61 Millimeter ein entsprechend großes PDF zu machen hat zuerst nicht recht geklappt. Als diese Klippe aber umschifft war und ich bei der Querformat-Visitenkarte mein PDF hochlud, zweiter Stolperstein: mein PDF wurde als Hochformat erkannt. Ließ sich aber leicht umschiffen, indem ich ein Hochformat als Visitenkarte auswählte. Ich sollte der Fairness halber allerdings erwähnen, dass auch JPG- und TIF-Bilddateien als Design zugelassen sind, sofern sie mindestens 300 dpi haben.
Als zweites Produkt nahm ich Adressetiketten im Midi-Format (55 x 25 mm). Hier wählte ich ein bereits vorgefertigtes Design aus und trug meine Daten ein. Ging alles ganz gut, ich hatte nichts zu meckern. Bei dieser kleinen Größe kann man keine eigenen Designs hochladen, dafür aber, wenn man eine Nummer größer nimmt. Man kann sich auch sein Visitenkartendesign direkt aus dem Warenkorb heraus als Aufkleber mit derselben Größe erstellen lassen.
Alles in Allem bin ich bei diesen Produkten bei einem Preis von 19,80 € zzgl. Versand von 4,60 €. Mir erscheint das als guter Preis. Aber halten die Produkte auch, was sie versprechen?
Nach einer Weile trudelte bei mir eine E-Mail ein: Mit meinem selbstgestalteten Visitenkartendesign käme man nicht zurecht, weil nicht die notwendigen Ränder eingestellt waren. Ich wurde gebeten, eine Datei mit den notwendigen Rändern hochzuladen. Diesen Fehler konnte ich ehrlich gesagt nicht nachvollziehen, weil ich zum Einen bei der Erstellung des Designs auf notwendige Seitenränder (zwecks Schnittkanten) geachtet hatte, zum Anderen weil mir beim Hochladen auch kein Fehler gemeldet wurde. Bereits hier hätte man doch eigentlich schon eine Fehlerprüfung einbauen können.
Leider hatte ich es versäumt, ein neues Design hochzuladen – ganz davon abgesehen, dass ich nicht gewusst hätte, wie ich es hätte erstellen sollen. Also wurden mir nur die Adressaufkleber zugesandt. Diese aber sahen, soweit mein kurzer Blick vor meinem Weihnachtsurlaub ausreichte, sehr gut aus.
Zusammengefasst bin ich mit der Bestellung verhalten zufrieden. Die Stolpersteine bei der Erstellung eines eigenen Visitenkartendesigns sind etwas unangenehm, hier sollte noch ein wenig daran gearbeitet werden (vielleicht kann man auch eine Direktunterstützung von Word-Dokumenten einbauen). Also, liebe Jungs und Mädels von Logiprint: Ihr seid schon nicht schlecht, aber da ist noch Luft nach oben!
Das Vodafone-Werbedesaster
24. Jul
Es gibt da etwas, was mich zugegeben in letzter Zeit ein bißchen nervt. Ich habe versucht, es auszublenden, zu ignorieren, aber die von mir gelesenen Blogs schäumen regelmäßig (sprich manchmal sogar mehrmals täglich) mit diesem Thema über und es zieht mittlerweile solche Kreise, dass es einfach nicht mehr schön ist.
Es geht, wie man der Überschrift schon entnehmen kann, um Vodafones aktuelle Werbekampagne. Diese hat das Ziel, das Unternehmen der Kommunikation mit den Kunden zu öffnen und das Web 2.0 für Marketingzwecke zu nutzen. Zu diesem Zweck wurden nicht nur ein Blog und ein Twitter-Account eingerichtet, es wurden auch einige mehr oder weniger bekannte deutsche Web 2.0-Gestalten als Werbefiguren eingekauft, darunter Sascha Lobo und Schnutinger alias Ute Hamelmann. Gleichzeitig ist das Blog-Werbevermarktungsunternehmen Adnation mit an Bord und schaltet Werbeanzeigen in Blogs, genauso wie an ausgesuchte Blogger das Android-Handy HTC Magic verschickt wurde. Das Ganze richtet sich an die sogenannte “Generation Upload”, an Menschen, die zum Beispiel über Twitter, Youtube, Flickr oder im eigenen Blog eigene Inhalte erstellen.
So weit, so gut, es ist eine Werbekampagne wie jede andere auch. Naja, nicht so ganz, denn es ist ein interessantes Experiment, sich in Puncto Kommunikation dem Kunden gegenüber zu öffnen (wie in der Kommentarfunktion des Blogs). Frosta macht das schon eine Weile, Vodafone prescht aber mit einer Macht und Intensität vor, die bisher ihresgleichen suchte. Der Haken an der ganzen Geschichte ist eigentlich zwei Haken. Denn: Vodafone war einer der Telekom-Provider, die sehr zuvorkommend die Verträge über Netzsperren, die mit dem Bundesfamilienministerium geschlossen wurden und dem “Zensursula-Gesetz” vorangingen, unterzeichnet hatten. Die deutsche Blogosphäre, einschließlich diverser Blogs, die von Adnation vermarktet werden, hat wochen-, wenn nicht sogar monatelang gegen diese Netzsperren Proteste gefahren.
Vodafone hat dann den Zeitpunkt des Starts der Kampagne, den 1. Juli, reichlich ungünstig gewählt: die Zensursula-Debatte war gerade durch und das Gesetz beschlossen, da startet diese Kampagne. Den beteiligten Bloggern, Hamelmann und Lobo genauso wie zum Beispiel Spreeblick, Stefan Niggemeier oder Beetlebum-Jojo, wurde Ausverkauf von Interessen und Heuchelei vorgeworfen, weil sie erst gegen die Netzsperren demonstriert haben (bei Jojo ist dies allerdings nicht der Fall), aber kaum winkt der “Zensurprovider” Vodafone mit Geldscheinen, werden die Ideale über Bord geworfen. Unter Anderem mit satirisch verfremdeten Plakaten wie diesem hier wurden die betroffenen Blogger regelrecht diffamiert:

Wenn man diese Liste liest, hat man das Gefühl, man liest ein Who is who der deutschen Blogosphäre.
Nachdem Frau Hamelmann dann im Vodafone-Blog einen mehr als schwachen PR-Beitrag veröffentlichte, kochte das Ganze noch einmal richtig hoch: Hamelmann wurde sogar persönlich angegriffen. Hamelmann hat daraus die Konsequenz gezogen und somit mit ihren Web 2.0-Aktivitäten komplett aufgehört. Damit hat eine inzwischen sehr hässlich gewordene Debatte ihr erstes Opfer gefunden.
Vodafone hat sicher darauf gehofft, das positive Image von Lobo, Hamelmann & co. würde sich – ganz wie in der Werbung üblich – auf das Unternehmen übertragen. Stattdessen lief es anders herum – Lobo hat einen Imageverlust erlitten, ebenso wie alle anderen beteiligten Blogger. Inzwischen wird sogar die Glaubwürdigkeit der verschiedenen Blogger mehr als angezweifelt. Die an der Kampagne beteiligten Blogger, Lobo und Hamelmann, werden seitdem, was ihre öffentlichen Äußerungen angeht, aufs Schärfste beobachtet und ihr Wort ihnen im Mund rumgedreht. Das veranlasste Hamelmann schließlich, das Handtuch zu werfen.
Ich finde diese Debatte mehr als fehl am Platz. Was hier gemacht wird, ist nichts anderes als eine Hexenjagd. Man könnte es auch als Mobbing bezeichnen. “Ihr seid nicht wie wir, so alternativ, so anti, wir machen euch fertig”. So in etwa wirkt die Debatte zur Zeit, da unter Anderem immer wieder das Wort Ausverkauf fällt. Das obige Plakat (“Zensurprovider? Egal, das Geld stimmt.”) spricht dafür Bände. Es wird dabei völlig außer Acht gelassen, dass manche Menschen nun einmal geld verdienen wollen und müssen – manche eben auch mit Blogs. Und es ist – für den Endnutzer – besser, wenn dies durch Werbung passiert, als wenn jetzt für den angebotenen Inhalt Geld verlangt würde (gerade im Fall von Beetlebum würde ich es bedauern). So ein Blog frisst Zeit und Geld, und ich bin der Ansicht, es sit mehr als legitim, hier auch wieder etwas herein bekommen zu wollen. Hier von Ausverkauf zu sprechen ist meiner Ansicht nach vollkommen falsch – oder können die, die Google-Anzeigen schalten, beeinflussen, welche Anzeigen auf der Seite erscheinen?
Ich finde die Argumentation fraglich, dass jemand, der Werbung für ein Unternehmen macht, automatisch alles gut heißt, was das Unternehmen tut. Ich bin Kunde bei Vodafone, bis vor Kurzem eigentlich sogar recht zufrieden gewesen (inzwischen nerven mich die Preise, es ist doch alles sehr undurchsichtig und überteuert) – heißt das jetzt ich bin für Netzsperren? Wer mich kennt und wer mein Blog liest, weiß, dass dem nicht der Fall ist. Ich bin – genau wie viele andere Blogger – nach wie vor der Meinung, dass dieses Gesetz nie hätte verabschiedet werden dürfen. Und die positive Haltung meines Mobilfunkproviders gegenüber den Netzsperren, dafür würde ich denen am Liebsten mein Handy vor die Füße werfen, wenn’s was bringen würde.
Ich finde es auch nicht in Ordnung, wenn jetzt die Glaubwürdigkeit der angesprochenen Blogger angezweifelt wird. Sich eine Reputation aufzubauen dauert Monate, oft sogar Jahre – sie geht aber oft sehr schnell kaputt, wie in diesem Fall. Die Menschen hinter dem Geschriebenen sind aber nach wie vor die Gleichen. Mich (und nicht nur mich) erinnert das Ganze an die Diskussion um die “Opel-Blogger” vor ein paar Jahren – damals haben einige Blogger von Opel für eine begrenzte Zeit einen neuen Corsa gestellt bekommen, mit der einzigen Bedingung, über ihre Erfahrungen zu schreiben. Die Kampagne damals war nicht so “laut” wie die Vodafone-Kampagne heute, aber sie hat in der deutschen Blogosphäre mindestens genauso Aufsehen erregt. Und die kritischen Stimmen von damals (ich weiß jetzt ehrlich gesagt nicht mehr, wie ich mich demgegenüber geäußert habe) haben genau die gleichen Argumente genutzt wie die heute – Ausverkauf, Verlust der Glaubwürdigkeit, verlorene Authentizität.
Ich hatte bis vor Kurzem, bedingt durch die Zensursula-Debatte, den Eindruck, die deutschen Weblogs sind endlich erwachsen geworden. Sie beteiligen sich politisch, treten für Bürgerrechte ein, sammeln Stimmen zur Unterstützung und sehen, wo offen ein Recht verletzt wird. Inzwischen habe ich aber wieder den Eindruck, Blogs sind nach wie vor eine Subkultur, die in der breiten Öffentlichkeit nicht angekommen ist und wohl auch nicht ankommen will. Während auf der einen Seite Startups entstehen, die versuchen, mit dem Web 2.0 Geld zu machen, stehen auf der anderen Seite Menschen, die den Kommerz gänzlich ablehnen. Mich erinnert das irgendwie an eine Teenager-Kultur, die in den 1980er Jahren aufkam. Hauptsache dagegen, wogegen genau können wir später noch beschließen.
Bei mir hat sich das Bild über die entsprechenden Blogger durch diese Vodafone-Kampagne nicht im geringsten geändert. Ich habe Sascha Lobo nie richtig etwas abgewinnen können, und das bleibt auch so. Die Schnutinger-Comics hingegen fand ich bisher recht amüsant, und Johnny vom Spreeblick schätze ich ob seiner Ansichten. Deshalb werde ich mich an dieser ganzen Hetzerei definitiv nicht beteiligen. Aber diese 2 Cents mussten einfach mal raus.
Kein Microhoo!
05. Mai
Einige haben es vielleicht schon mitbekommen: Microsoft hat das Übernahmeangebot an Yahoo! zurückgezogen. Damit geht ein dreimonatiges Ringen zu Ende, und der Online-Werbemarkt wird für’s erste weiter von Google dominiert. Aber was heißt diese geplatzte Fusion außerdem noch?
Klar ist, dass eine Fusion zwischen Microsoft und Yahoo! eine “Elefantenhochzeit” gewesen wäre: beide Unternehmen sind ziemlich dicke Brocken. Im Online-Werbemarkt sind beides jedoch nur kleine Lichter: Google dominiert klar mit rund 75% Marktanteil, dann kommt Yahoo! und erst dann Microsoft. Gleichzeitig nennt Google ein paar der bekanntesten Web 2.0-Dienste sein Eigen: Bloganbieter blogger.com sowie das Videoportal YouTube, welches erst 2007 gekauft wurde.
Microsoft wollte mit dem Kauf von Yahoo! eigentlich nur die eigene Position auf dem immer weiter wachsenden Online-Werbemarkt stärken, und gemeinsam hätten die beiden Unternehmen vielleicht auch eine Chance gehabt. Allerdings hätte es bei der Umsetzung der Fusion einige Schwierigkeiten gegeben, da beide Unternehmen im Onlinebereich viele Redundanzen aufweisen: Dienste, die Microsoft anbietet (wie z. B. E-Mail oder Instant Messenger), sind auch bei Yahoo! im Angebot. Hier eine Auswahl zu treffen, welche Dienste in Zukunft weiterleben und wie sie es tun wäre mit Sicherheit nicht einfach geworden. In diesem Bereich hätte eine Fusion mit Sicherheit noch weit mehr Geld gekostet als das ursprünglich von Steve Ballmer für Yahoo! abgegebene Angebot.
Dennoch wäre die Fusion für beide Seiten von Vorteil gewesen – so wie jetzt steht Google im Werbemarkt allein auf weiter Flur und wird auf absehbare Zeit wohl nicht mehr angreifbar. Der in die Hose gegangene Deal hat für Microsoft und Yahoo! eine Schwächung zur Folge, von der beide sich erst einmal erholen müssen. Bei Yahoo! steht jetzt sogar Firmenchef Jerry Yang in der Kritik, da er bis zuletzt auf nach Ansicht von Microsoft überzogene Preisvorstellungen bestand und so die Aktionäre um einen immensen Gewinn brachte. Sein Stuhl wackelt, und er wird womöglich den Sitz abgeben müssen.
Steve Ballmer von Microsoft hingegen geht mehr oder weniger als Sieger hervor: beharrlich hat er sich gegen Yangs Forderungen gewehrt, und zum Schluss die Verhandlungen, quasi mit einem “dann eben nicht”, platzen lassen. Zudem ist Microsofts “Kriegskasse” prall gefüllt, und viele kleinere, aber bekannte Web 2.0-Startups wie Facebook, Twitter, Digg oder meebo locken. Der Deal mit Yahoo! wäre zwar ein großer Sprung, aber auch mit einer “Politik der kleinen Schritte” kann Microsoft Boden gutmachen – die womöglich zugekauften Dienste könnten dann ins Microsoft’sche Werbenetzwerk eingebunden werden, was eine Stärkung der Marktposition zur Folge hätte.
Microsoft wird wohl, vor Allem aufgrund der Softwaresparte als weiterem Standbein, weiter bestehen – doch was passiert jetzt mit Yahoo!? Das Unternehmen ist bereits eine Partnerschaft mit Konkurrent Google eingegangen – das könnte sich weiterentwickeln, und womöglich könnte es, so Sergey Brin und Larry Page, die Chefs von Google, es wollen, zu einer Übernahme kommen. Damit wäre Yahoo! vom Regen in die Traufe gekommen und würde womöglich als eigenständige Marke aufhören zu existieren.
Es bleibt spannend – ich werde die Geschichte jedenfalls mit Interesse weiter verfolgen.
